Ich hatte zu dem Thema bislang ja nur gezwitschert, aber nu muss ich auch mal an dieser Stelle Dampf ablassen. Richtig, es geht um die Schmonzette um unseren Bundespräsidentendarsteller. Nun juckt es mich nicht sonderlich, dass der Mann sich einen Kredit für nen Hauskauf geholt hat. Auch nicht, dass er zu Urlaubsreisen von befreundeten Unternehmern eingeladen wurde. Selbst die Anrufe bei den Verantwortlichen der BLÖD-Zeitung erzeugen bei mir nur ein dezentes Stirnrunzeln – selbst schuld, wenn man mit diesem Zeitungsgeschmeiß kokettiert muss man sich nicht über ne Bruchlandung beschweren, abgesehen davon wird selbst dieser BuPrä die deutsche Pressefreiheit nicht ruinieren. Was mir viel mehr gepflegt auf den Geist geht ist seine Salamitaktik: Er gibt nur das zu, was nicht mehr zu vertuschen ist. Der Mann windet sich wie der berühmte Aal, sein Fernsehinterview war alles, nur nicht überzeugend, und wenn er wirklich meint – und auch sagt – dass in einem Jahr alles vergessen ist, dann zeigt das meiner Meinung nach klar, wes Geistes Kind der Mann ist.
Nun baut, keine Frage, jeder Mensch mal Mist. Und dass die Grenzen der “Moral” schwammig sind ist auch klar. Ich habe aber an ein Staatsoberhaupt gewisse Ansprüche. Zugegeben, hohe Ansprüche. Selbst, wenn das Amt hierzulande mitunter als Grüßamt tituliert wird. Hätte sich Wulff hingestellt und zu seinen Aktionen (das Wort “Fehler” meide ich hier bewusst) gestanden, wären vielleicht größte Teile dieser Schlammschlacht – oder auch diese eher peinliche Schuhaktion – an uns vorüber gegangen. Aber dieses Taktieren, dieses Häppchenzugeben, das geht einfach nicht – und ist eines Staatsoberhauptes – und des Amtes – unwürdig. Der Mann muss zurücktreten, und zwar möglichst sofort. Es langt vollkommen, dass wir einen hochgradig peinlichen Außenminister und eine lediglich in ihrem Opportunismus souveräne Königin Kanzlerin haben. Gerade bei dieser in meinen Augen unfähigen Regierung ist ein starker Bundespräsident wichtig – zum einen um (weiterhin) verfassungswidrigen Beschlüssen der Regierung die Unterschrift zu verweigern, zum anderen, um zumindest hin und wieder ein sichtbares Zeichen, wenn auch nur in Form einer Rede, zu setzen. Dieser Mann kann das nicht mehr – er hat sich als moralische Instanz soeben abgesägt. Und um lediglich einen der Mutti genehmen Grüßaugust zu halten ist dieses Amt zu wichtig.
Also Herr Wulff, beenden Sie das peinliche Possenspiel und machen sie das einzig richtige: Treten Sie zurück!
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