Die Mauer

 

Mauer in Kreuzberg, 1987Immer mehr Menschen haben die Teilung Deutschlands nicht mehr live erlebt oder kennen nicht mehr die Geschichte der bzw. rund um die Mauer. Natürlich findet man im Netz viele Webseiten zu dem Thema (einige Links unten auf dieser Seite), aber gerade hier in Berlin ist die Auseinandersetzung mit der Mauer noch eine ganz andere. An dieser Stelle gibt es nun ein paar Empfehlungen für den interessierten Berlin-Besucher, natürlich absolut subjektiv.

Mauermuseum

Haus am Checkpoint CharlieAm bekanntesten dürfte das Mauermuseum bzw. das Museum im Haus am Checkpoint Charlie sein. Über drei Stockwerke und mehrere kleine Räume hinweg verteilt findet man diverse Ausstellungen, wovon die Geschichte der Mauer und der geglückten und missglückten Fluchtversuche sicher die interessantesten sind. Anhand vieler Schautafeln, mancher Nachbildung und einiger Originale wird aufgezeigt, auf welche zum Teil abenteuerliche Weise Menschen versuchten, aus der DDR und vor allem Ostberlin zu fliehen. Das Museum wurde 1962 gegründet und zog 1963 ins Haus am Checkpoint Charlie um. Neben der Ausstellung selbst finden regelmäßige Vorführungen in dem kleinen Kino statt – unter anderem wird mehrmals täglich der Film “Mit dem Wind nach Westen” gezeigt. Nach Voranmeldung kann man in einer Bibliothek stöbern oder auch Vorträge buchen. Ein kleines Café ist auch dort, und natürlich der obligatorische Shop. Die Produkte dort finde ich in erster Linie recht peinlich, aber den Touri freut’s wahrscheinlich. Das MauermuseumWer das leicht Anarchische, Ursprüngliche mag, wer sich in erster Linie für die Fluchtgeschichten rund um die Mauer interessiert und wer sich an kleinen Räumen mit Menschenmassen nicht stört, der sollte sich das Museum nicht entgehen lassen. Empfehlenswert ist auch das Buch zur Ausstellung, das mittlerweile in der 23. Auflage erschienen ist und einen guten Überblick über die Ausstellung gibt. Einen ganz klaren Abzug gibt es auf Grund des Eintrittspreises: 12,50 € ist definitiv zu teuer!

Information: 
Gruselfaktor:
Touriquote:

Adresse: Friedrichstraße 43-45, U 6 Kochstraße oder Stadtmitte, 

Öffnungszeiten: Täglich 9 bis 22 Uhr

Eintritt: 12,50 € (Schüler, Studenten 9,50 €) 

Webseite: www.mauermuseum.de

Checkpoint Charlie

Checkpoint CharlieDer Checkpoint Charlie war der ehemalige Alliierten-Kontrollpunkt zwischen West- und Ostberlin. Obwohl von keinem Normalsterblichen benutzt ist er auf Grund seiner medialen Präsenz wohl der bekannteste (Ex-) Übergang – kein Wunder, dass dort Extrem-Tourinapping betrieben wird: Souvenirshops, Stände mit typisch russischen Pelzmützen und ebenso typisch russischen Pelzmützenverkäufern, Bauchläden mit Gedenkstempeln und -visa. Der Oberclou: Vor dem Wachhäuschen kann man sich für einen Euro zusammen mit einem dauergrinsenden Wachkomparsen knipsen lassen. Neben diesem – anscheinend notwendigen – Tourikram findet man vor Ort aber auch mehrere Plakatwände, die einen recht guten Überblick über die Geschichte der deutschen Teilung geben. Wenn das Wetter mitspielt sollte man sich den Abstecher dorthin also gönnen – zum Einstieg in das Thema dient dieser Ort allemal.

Infotafeln am Checkpoint Charlie

Information:
Witterungsanfälligkeit: 
Touriquote:

Adresse: Friedrichstraße 43, U 6 Kochstraße oder Stadtmitte,

Öffnungszeiten: Rund um die Uhr

Eintritt: umsonst kostenlos

Wer in der Geschichte noch ein paar Jahre zurückgehen möchte spaziert einfach ein paar Meter die Zimmerstraße entlang und trifft in der sich anschließenden Niederkirchner Straße auf die Ausstellung “Topographie des Terrors”. Ausstellung Topographie des Terrors an der Niederkirchner Stra?eIm 2010 eröffneten Dokumentationszentrum entlang eines langen noch erhaltenen Mauerstücks informiert eine Open-Air-Ausstellung über die Machenschaften der Gestapo zu Zeiten des Zweiten Weltkriegs. Der Ort ist nicht zufällig gewählt: Hier befanden sich von 1933 bis 1945 die “wichtigsten Einrichtungen des nationalsozialistischen Terror- und Verfolgungsapparats”. Auf dem Gelände wird zur Zeit an einem Dokumentationszentrum gebaut, das im Frühjahr 2010 eröffnet werden soll. Die Ausstellung ist täglich von 10 bis 20 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei. Weitere Infos auf der Webseite www.topographie.de.

Dokumentationszentrum Berliner Mauer

Nachfolger der gesprengten Vers?hnungskircheDas Dokumentationszentrum ist ein Teil des Gedenkensembles, das sich über rund zwei Kilometer an der Bernauer Straße entlang zieht. Der interessanteste Teil dürfte der Abschnitt zwischen Strelitzer und Ackerstraße sein: Hier steht seit 2000 der Nachfolger der 1984 von der DDR-Regierung gesprengten Versöhnungskirche, die sich nach dem Mauerbau auf dem “Todesstreifen” befand und für die Gemeinde nicht mehr zugängig war. Desweiteren gibt es hier eine Galeriewand mit Infos zur geplanten Gestaltung der Gedenkstätte, Blick vom Dokumentationszentrum auf Mauerabschnittaußerdem ist hier der längste zusammenhängende Abschnitt der Mauer zu finden. Von der Aussichtsplattform des Dokumentationszentrums kann man einen “original Mauerabschnitt” (mit Vorder- und Hinterlandmauer und Patrouillengang, siehe links) sehen, erhält aber höchstens ansatzweise eine Ahnung davon, welche Gefühle das damalige Betrachten auslöste. Das Gedenkensemble soll weiter ausgebaut werden, durch Streitereien um Grundstücke verzögert sich der Weiterbau allerdings. Dokumentationszentrum mit AussichtsturmIm Dokumentationszentrum selbst gibt es eine kleine Ausstellung mit Infos zur Geschichte der Mauer mit dem Schwerpunkt auf Mauerbau und den unmittelbaren Folgen. Anhand von Schautafeln, Bild- und Tondokumenten kann man sich einen Überblick über die damalige Situation verschaffen. Die Angebote im – obligatorischen – kleinen Shop sind deutlich niveauvoller als im Mauermuseum. Außerdem gibt es unterschiedliche Angebote für Schulklassen – eine wichtige Arbeit gegen das Vergessen. Der Informationspavillion (links) soll 2009 fertig gestellt werden wurde Ende 2009 eröffnet.

Information:
Schlange vor dem Kaffeeautomaten:
Touriquote:

Adresse: Bernauer Straße zwischen Strelitzer Straße und Nordbahnhof. S Nordbahnhof, U 8 Bernauer Straße

Öffnungszeiten: Dokumentationstzentrum April bis Oktober 10-18 Uhr, November bis März 10-17 Uhr, montags geschlossen; übrige Teile der Gedenkstätte: Rund um die Uhr

Eintritt: kostenlos

Webseiten: www.berlin.de, www.berliner-mauer-dokumentationszentrum.de

East Side Gallery

EastsidegalleryAuf 1,3 Kilometern bemalten und besprühten 1990 118 Künstler aus 21 Ländern die Hinterlandmauer an der Mühlenstraße zwischen Ostbahnhof und Oberbaumbrücke. Die längste Open-Air-Gallery der Welt steht seit 1992 unter Denkmalschutz. Auf Grund des witterungsbedingten Verfalls und Schmiererein der Tourimassen wurde die Gallery 2010 saniert und erstrahlt rechtzeitig zum 20jährigen Mauerfalljubiläum wieder in neuem Glanz – wobei sich die Frage stellt, wie viel Originalität dadurch noch vorhanden ist. Ein Besuch lohnt sich dennoch, sofern man sich nicht vom Verkehrslärm nerven lässt.

Information: -
Klickibunti:
Touriquote: 

Adresse: Mühlenstraße zwischen Ostbahnhof und Oberbaumbrücke, S-Bhf. Ostbahnhof , U 8 Warschauer Straße. 

Öffnungszeiten: rund um die Uhr

Eintritt: kostenlos

Webseite: www.eastsidegallery.com

Gedenkstätte Günter Litfin

gedenkstaette-guenter-litfinGünter Litfin war das erste Maueropfer: Am 24. August 1961 wurde er auf der Flucht erschossen. Im ehemaligen Wachturm an der Kieler Straße, der sich heute mitten in einem Wohngebiet befindet, wurde 2003 von einem gemeinnützigen Verein, initiiert durch Litfins Bruder Jürgen, eine Gedenkstätte errichtet. Dort führt Jürgen Litfin die Besucher durch eine Dauerausstellung mit Fotodokumenten zu den Grenzsicherungsmaßnahmen und zur Situation in Berlin 1961. Auch eine Kombination mit Mauerführungen ist möglich. 

Adresse: Kieler Straße 2, Nähe Invalidenfriedhof. U 6 Naturkundemuseum, Bus 120 Bundeswehrkrankenhaus

Öffnungszeiten: März – Oktober, tägl. außer Freitag, 12-17 Uhr

Eintritt: Frei, um eine Spende wird gebeten

Webseite: www.gedenkstaetteguenterlitfin.de

…und noch viel mehr

Informationen zu weiteren Gedenkstätten und “Mauerorten” findet man unter berlin.de/mauer und – irgendwann – an dieser Stelle… Kommentare zu dieser Seite bitte hier im Beitrag hinterlassen!

Am Brandenburger Tor 1986

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