Da auch der Seebär ein Liebhaber der indischen Küche ist wollten wir zwei den vor kurzem getesteten Stamminder besuchen. Erste Überraschung: Von “Shakty’s” stand da nix mehr, der Laden hieß wieder Prince, aber ansonsten schien alles beim alten: Der gleiche Küchenchef, das gleiche Konzept (vegetarisch oder vegan), die gleiche Einrichtung. Die Karte allerdings war neu strukturiert, noch umfangreicher als beim letzten mal – und vor allem die Preise ließen uns ungläubig staunen: Kein Tellergericht über 5 Euro, die Getränke preiswerter als bei jedem Kleingärtnersommerfest, eine kleine Apfelsaftschorle kostete zum Beispiel 50 Cent. Ganz klar: Bei dem Preisniveau erlebt der Laden die Schneeschmelze nicht!
Nach langer Grübelei hatten wir uns dann endlich entschieden. Meine Suppe schien ebenso wenig ein größeres Problem darzustellen wie das Mango Panir. Aber des Seebären Wunsch konnte der Küchenchef leider nicht erfüllen: “Oh, haben wir nicht. Das ist eine neue Karte. Gilt ab morgen.” Leichte Konfusion, weniger beim Koch als beim Seebären. Auf den zweiten Versuch gab’s die gleiche Reaktion: Kopfschütteln. Nach dem dritten Fehlversuch folgte der Seebär dann einfach der Empfehlung des Küchenchefs – irgendwas mit Linsen. Mit dezentem Kopfschütteln erwarteten wir die Speisen – wie würde es schmecken, und vor allem: Was würde man servieren? Alle Bedenken wurden aber schnell weggewischtputzt: Sowohl Suppen als auch Hauptgerichte waren vorzüglich! Portion (diesmal direkt auf Tellern angerichtet) absolut ausreichend, auch der Schärfegrad passte. Gelohnt hat sich dieser Besuch also nicht nur wegen des Rahmenprogramms sondern auch wegen des eigentlichen Grundes, dem Essen.
Apropos Rahmenprogramm: Während des Speisens wurden wir Zeuge einer lebhaften Diskussion zwischen dem Küchenchef und einem Mann, der wohl der Pächter oder Chefvonsjanze sein könnte. Einzelheiten wurden wir nicht gewahr, aber es schien sich wohl in erster Linie um die Preise zu handeln, die “ja immer noch so niedrig sind”. Auch die Vielfalt der Karte schien den Koch ein wenig zu überfordern. Nicht nur, dass er sie nicht lesen konnte geschweige denn kannte, auch bedeutete offensichtlich sein “haben wir nicht” eher ein “kann ich nicht”. Uns sollte es letztlich egal sein, das was er uns serviert hatte konnte er sehr gut.
Auf Grund des hervorragenden Essens kann ich das Prince nach wie vor empfehlen. Das Preisniveau wird sicherlich in den nächsten Tagen angepasst, so dass unsere gestern gezahlten 15 Euro für zwei ausgewachsene Portionen mit Vorsuppe, ‘nem riesigen Mangolassi zum Abschluss, inklusive Getränke und Trinkgeld wohl ein einmaliges Erlebnis bleiben werden. Trotzdem: Nix wie hin, es wäre schade, wenn da ein “leckerer Laden” wieder pleite ginge!
Prince, vegetarische und vegane indische und srilankische Küche, Tegeler Straße 22 im Wedding. Öffnungszeiten: Ja, wahrscheinlich ab mittags, auf jeden Fall abends.
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