Quo Vadis?

 Veröffentlicht vom um 11:11  Berlin, Misc, Stadtleben
Apr 112009
 

Es ist Samstag morgen, die Sonne strahlt, der Himmel blaut, die Bäume grünen. Die Arbeit ist erledigt (sprich die nächsten Bewerbungen sind rausgeschickt), nun kann der freie Tag genossen werden – bei diesem frühsommerlichem Wetter (den Wind ignorieren wir einfach mal) natürlich am liebsten in freier Natur. Doch wohin? Nun ist es ja nicht so, dass Berlin kein Grün zu bieten hätte, im Gegenteil! Innerstädtisch gibt es viele Parks und Gärten – Berlin ist eine der grünsten Großstädte überhaupt – und es gibt genug Ausflugsziele, viele davon mit dem ÖPNV zu erreichen. Aber zum einen hält sich gerade meine Begeisterung für lange Fahrten mit der – meist von Fahrradterrortouristen übervölkerten – S-Bahn in Grenzen, zum anderen dürften zumindest die gut erreichbaren Ausflugsziele überlaufen sein – von der Innenstadt mal ganz zu schweigen.

So sitze ich also hier und surfe u.a. durch die Ausflugstipps auf berlin.de, und wenn ich nicht aufpasse, sitze ich heute Abend immer noch davor. Also, nix wie raus…

Ostern – olympisch

 Veröffentlicht vom um 16:25  Berlin
Apr 102009
 

090410-1Im Rahmen der Veranstaltungen zum 20jährigen Mauerfall ist bis Ostersonntag das Olympiagelände geöffnet. Es werden verschiedene Führungen – zu Fahrrad und zu Fuß, 4,- € pro Person – angeboten, das gesamte Olympiagelände kann kostenlos besichtigt werden (Ausnahmen sind das Olympiastadion und der Glockenturm, die wie gewohnt Eintritt kosten). Das Gelände, zu dem neben dem Hauptstadion auch ein Schwimm-, ein Reit- und ein Hockeystadion, mehrere kleine Rasenplätze sowie das Maifeld und die Waldbühne gehören, wurde auf dem Gelände der Pferderennbahn Berlin und des “Deutschen Stadions” in den 30er Jahren zur Ausrichtung der Olympischen Spiele 1936 gebaut.

090410-4

Von 1952 bis 1994 wurde der nördliche Teil des Geländes, in dem sich heute u.a. das Haus des deutschen Sports befindet, von den britischen Streitkräften als Hauptquartier genutzt und war für den Normalo nicht zugängig. 090410-3Um so mehr wird der interessierte Berliner bei schönem Wetter das Gelände erkunden – wobei es heute noch angenehm leer war. Sehenswert ist u.a. der Kuppelsaal, in dem 1936 die Fechtwettkämpfe stattfanden und der 1100 Menschen Platz bietet. Den Aufstieg auf den Glockenturm habe ich mir allerdings gespart, das lohnt sich dann, wenn eine etwas bessere Cam mit dabei ist.

Öffnungszeiten noch bis Ostermontag jeweils von 9 bis 18 Uhr, S oder U Olympiastadion.

Die Friedrichstraße

 Veröffentlicht vom um 18:51  Berlin
Apr 092009
 

Die Friedrichstraße ist eine der bekanntesten Berliner Straßen. Sie beginnt am Oranienburger Tor, quert die Linden und die Leipziger Straße, führt vorbei am ehemaligen “Checkpoint Charlie” und endet am Mehringplatz in Kreuzberg. Sie war vor allem in den 20ern des letzten Jahrhunderts der “Mittelpunkt des Vergnügens und der Scheinwelt”*, also eine der Amüsiermeilen Berlins schlechthin.

090409-4So weit zu den Fakten. Heute bin ich, begleitet von meinem Berlinbuch*, die Straße mal von Norden nach Süden abgelaufen, und die Eindrücke, die ich bei bisherigen “Teilspaziergängen” gewonnen hatte, haben sich bestätigt. Wirklich angenehm ist die Straße nur im nördlichsten Teil, zwischen der 1897 errichteten Weidendammer Brücke und dem Oranienburger Tor (welches, wie die meisten anderen Tore, längst nicht mehr existiert). Zum einen ist dieser Teil recht breit und luftig und nicht völlig überlaufen, zum anderen gibt es hier links und rechts noch einige wirklich  schöne Straßenzüge und Plätze. Ab dem Bahnhof Friedrichstraße, wo es durch Bauarbeiten noch enger und lauter ist, bis zur Kochstraße ist die Gegend touristisch verseucht überflutet. 090409-5 Dazu sind mir viele der nach der Vereinnahmung Wiedervereinigung errichteten Bauten sowohl von außen als auch von innen zu protzig. Südlich der Kochstraße wird die ganze Angelegenheit eher tot bis trostlos, und auch der Mehringplatz, aus dem man eigentlich mehr machen könnte, ist eines Abschlusses der Friedrichstraße eigentlich nicht würdig.

Ein Spaziergang lohnt trotzdem, vor allem zwischen dem nördlichen Startpunkt und der Mohrenstraße. Hier empfiehlt es sich dann eher, links zum Gendarmenmarkt abzubiegen.

* Aus dem Buch “Ganz Berlin – Spaziergänge durch die Hauptstadt”, Nicolai-Verlag

Immer weiter

 Veröffentlicht vom um 13:04  Gedankenkram
Apr 092009
 

Immer weiter, immer voran! Die Wirtschaft muss wachsen, immer weiter, auch wenn gerade alles einzustürzen scheint. Keiner will seine Macht, seinen Einfluss verlieren, also werden wir weiter voran getrieben, immer weiter. Pulvert Milliarden in ein sterbendes System, damit es weitergeht. Immer weiter. Kauft euch noch bessere, noch größere Fernseher – auf Pump, egal, Berieselung und Volksverdummung in Breitwand und Dolby digital. Kauft euch neue Autos, produziert Schrott und rettet die Industrie. Kauft euch große Autos, ihr könnt doch Steuern sparen. Umwelt? Sinn? Egal, immer weiter!

Karriereleiter

Nur kein Innehalten, kein Nachdenken. Und wer auf der Strecke bleibt hat eben Pech.

Bärlin

 Veröffentlicht vom um 20:01  Berlin, Schnappschüsse
Apr 082009
 

Bärlin

bGE – (un)seriös?!

 Veröffentlicht vom um 16:43  Fundstücke, Grundeinkommen
Apr 082009
 

Dass sich das Arbeitsamt nicht nur von der “Agentur für Grundeinkommen-Seite” distanziert sondern auch die Verwendung der “Corporate Identity” untersagt und von den Machern des Aprilscherzes eine Verzichtserklärung verlangt, damit war zu rechnen. Die neue Seite unterscheidet sich dann auch deutlich von den Webseiten des AAs. :)

Nach der PsgD (Partei sozial gerechter Demokratie) entsteht jetzt mit der D4U eine zweite “Partei”, deren Hauptinhalt das bedingungslose Grundeinkommen ist. Ob eine Partei, deren Programm alleine auf einem Thema beruht sinnvoll ist sei dahin gestellt. Die Webseite der D4U ist übersichtlich, farblich deutsch-dezent, und inhaltlich… je nun… irgendwie vorhanden. Als erster Einblick in das Thema sind die Texte ausreichend, von einer Partei allerdings erwarte ich – sowohl inhaltlich als auch visuell – mehr. Die Grafiken sind zum großen Teil nicht zum Inhalt passend, wirken viel mehr wie beibehaltene Beispielfotos in einem gekauften CMS. Als Verantwortlicher steht im Impressum ein gewisser H.J.Sonnenwald.Wer ein wenig scroogelt stellt fest, dass der Name einige Erwähnungen findet, fast ausschließlich als Spezialist für Haarwachstum. Kontaktadresse und Telefonnummer der Partei i.G. sind dann auch identisch mit Sonnenwalds Firma, unter der im Impressum angegebenen Adresse in der Friedrichstraße fand ich weder den Herrn Sonnenwald noch ein Büro der D4U. Aber es scheinen auch andere dubiose Gruppierungen auf den Zug bGE aufzuspringen – klar, die Zahl der potentiellen Zuhörer wächst rasant.

Nichts gegen solche spaßigen Initiativen wie die “Agentur für Grundeinkommen”-Aktion (wobei klar sein musste, dass das AA so reagiert), aber gerade scheint das Thema bGE in der Öffentlichkeit aus der “Träumer und Spinner-Ecke” rauszukommen, da sind obskure Initiativen und Trittbrettfahrer natürlich eher kontraproduktiv.

Weitere Gedanken zum Thema bGE und Parteien macht sich Martina Steinheuer beim Netzwerk Grundeinkommen, und hier ein Interview mit dem Initiator der Berliner bGE-Initiative in der Leipziger Internetzeitung.

Put put put…

 Veröffentlicht vom um 15:09  Schnappschüsse
Apr 072009
 

Ein Herz und Händchen für Schwäne:

schwan

(Gesehen und für knipsenswert befunden am Tegeler See)

Goldelse

 Veröffentlicht vom um 15:52  Berlin, Pix
Apr 062009
 

So oft war und so lange wohne ich in Berlin, aber bislang habe ich es noch nie geschafft, die Siegessäule zu erklettern. Anlass der Erbauung der Säule waren Siege im Deutsch-Dänischen Krieg 1864, eingeweiht wurde sie am 2. September 1873 als “Nationaldenkmal der Einigungskriege”. Die Säule befindet sich seit 1939 mitten auf dem großen Stern im Tiergarten, ihr ursprünglicher Standort war der Platz der Republik.

Die Siegessäule

Angeblich wird die von der Säule getragene Viktoria im Berliner Volksmund Goldelse genannt, aber man weiß nie so genau, welche der vielen Kosenamen nicht doch eher von der Presse lanciert und ausschließlich von Touristen übernommen werden…Enger Aufstieg Natürlich kann man die Siegessäule auch besteigen: Kostet einen lediglich 2,50 € und läppische 285 Stufen auf einer doch eher schmalen Wendeltreppe. Versüßt werden einem Auf- und Abstieg durch die Touristenhorden, weshalb man die Else nicht an Wochenenden besuchen sollte. Auch nicht während der Schulferien. Im Sommer oder gar bei schönem Wetter sowieso nicht. Nette AussichtHm…

Allein wegen der Aussicht lohnt der Aufstieg aber trotzdem. Allerdings sollte man das noch in diesem Sommer erledigen, ab Herbst 2009 sollen Säule und Viktoria für rund 3,5 Millionen Euro saniert werden und für rund zwei Jahre unter einer Plane verschwinden. Auch nicht weiter schlimm, Mr. Obama ist ja inzwischen mehr als ein Präsidentschaftskandidatenkandidat und kann seine nächste Rede vor dem Brandenburger Tor halten… ;)

Rettung auf Pump

 Veröffentlicht vom um 16:36  Gedankenkram, Politik
Apr 052009
 

Erst mal vorweggeschickt: Nein, ich habe nicht viel Ahnung von Wirtschaft. Hedgefonds, Börse, DAX und Anlagestrategien sind für mich böhmische Dörfer, und wer – wie ich – einmal über einen längeren Zeitraum erwerbslos war weiß, dass man sich wirklich keine Gedanken machen muss, wie man sein Erspartes am besten anlegt. Nun werden also 5 Billionen Dollar zur Rettung des zusammengebrochenen Finanzsystems verschleudert. 5 Billionen Dollar, weil unfähige Manager Firmen vor die Wand fahren, gierige Anleger den großen Reibach machen wollen, Aufsichtsräte alles abnicken, windige Anlageberater bis zum Erbrechen lügen. Da wird die seit Jahren sich allen wirklichen Innovationen versperrende Autoindustrie über irrsinnige Abwrackprämien gestützt, nur weil die – sowieso schon bereinigten – Arbeitslosenstatistiken nochmal kräftig nach oben gehen könnten. Da wird um jeden Preis an einem siechenden System festgehalten aus Angst, Geld, Macht und Einfluss zu verlieren. Nun werden also Schulden gemacht, dass sich selbst die hoch verschuldeten “Dritte Welt-Staaten” verwundert die Augen reiben. Und wer zahlt letztendlich die Zeche? Bestimmt nicht Herr Obama, nicht Frau Merkel, und auch nicht der Rest der Politmischpoke. Nicht die Herren Ackermann und Zumwinkel. Sie und ihre Nachfahren haben ausgesorgt. Der Normal- bis Geringverdiener hingegen hat die Arschkarte – und zwar in Platin, mit Eichenlaub und Schwertern. Das weiß er eigentlich auch. Aber statt wie in Frankreich mit Streiks das Land lahm zu legen und die Regierenden zur Umkehr zu bewegen jubelt der Michel über die Abwrackprämie. Gerade mal 20.000 Menschen gingen in Berlin am letzten Sonnabend auf die Straße. Unsere Regierenden können beruhigt sein. Schon Lenin wusste: “In Deutschland wird es nie eine Revolution geben, dazu müsste man den Rasen betreten”.

Wie eingangs geschrieben: Ich habe nicht viel Ahnung von Wirtschaft. Aber das diese “Rettungspakete” Rohrkrepierer sind, das weiß sogar ich.

U-Bahn Kuriositäten (1)

 Veröffentlicht vom um 11:20  Berlin, Schnappschüsse
Apr 052009
 

U-Bhf Dahlem-Dorf

Wartebänke im U-Bahnhof Dahlem-Dorf (U 3)

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